Ferienkurs statt Strandkorb

Nicht der Strandkorb ist das Problem.

Zur Diskussion über Ferienkurse und also eine Verkürzung der Ferien.

Ich nehme ja an, dass das nicht sowohl als auch zur Debatte steht. Wobei – wundern tät´s mich nicht.  Was muten wir den Kindern eigentlich alles zu?

Die machen das alles super! Sie malen Regenbögen und halten sich von Spielplätzen fern, sie bemühen sich im Daheim auch die Schule zu sehen und treffen keine Freunde. Sie sehen nur Erwachsene und die viel am Telefon. Viele sind das einzige Kind, viele sehen kein anderes. Und fürs Quatschen mit Freunden am Handy sind sie zu klein. Sehr viele sind viel isolierter als viele Große.

Dabei überstehen sie eine Infektion in aller Regel symptom – bis problemlos, und sie werden von Erwachsenen eher angesteckt, als sie ihrerseits die Erwachsenen anstecken.

Ich finde gut, wenn sie wieder in Schule und Kindergarten gehen, die Älteren zuerst, die packen das, dann die Kleineren, die können sich abgucken wie der neue Schulalltag geht. Und es wird getestet was das Zeug hält. Und es sind die Großen, die Erwachsenen, die untereinander den Abstand halten.

Was bürden wir den Kindern eigentlich auf?  Was ist mit ihrem ´ zurück zur Normalität´?

Sie gehen wieder in Schule und Kindergarten. Weil sie das so kennen, weil es dazugehört zu ihrem ´normal´. Sollte sich die Frage nach einer generellen Möglichkeit zum Homeschooling stellen, sei die an anderer Stelle diskutiert. Sie waschen sich die Hände und niesen in die Armbeuge, in der Schule sitzen sie möglichst weit auseinander, und die Fenster stehen offen. Man ist angehalten Abstand zu halten, Strafarbeiten gibt es deshalb aber nicht, und auf dem Pausenhof gibt es Spiele. Keiner macht Panik, weil man Stoff verpasst hat, und man setzt nicht da an, wo man aufgehört hat, sondern da wo man noch früher war – und holt erst mal zurück in die Normalität. Und dann noch ein,zwei Sachen aus dem Lehrplan, ohne Stress, nur damit Neues in die Köpfe kommt, und dann sind Ferien, jawohl, und Ferien sind Ferien, auch zu Coronazeiten, ob man nun verreist oder nicht. Es ist Sommer, kein Homeschooling, keine Aufgaben, Eltern haben Urlaub – ich habe meinen eingereicht und genehmigen lassen und lege Wert darauf, diese Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – und für die gibt es einen Weg, einen darf es geben, minimiert, aber nicht auf Null gesetzt, einen Weg, Kontakt zu anderen Kindern zu haben, einen, der Spaß macht und nicht Ferienkurs heißt. So wie die Großen auch ihre Wege haben.

Es geht nicht nur um versäumten Lehrstoff. Dann passt man wegen Corona halt die Lehrpläne an. Davon geht die Welt nicht zugrunde. Und in der Nach-Coronazeit wird es berücksichtigt. Wie eine Art Rettungsschirm.  Es geht darum, möglichst stark aus dieser Krise hervorzugehen. Es ist nicht die einzige und wird nicht die letzte sein.