HomeschoolingII

Hausaufgaben – ein Reizwort, sobald  es fällt. Ich fange an das zu verstehen. Familiär steht´s für  Disziplin und Ordnung – wer und welche Familie hat wieviel Energie übrig, sie durchzusetzen – weil ein Wollen ist´s ja selten. Politisch steht´s für Ignoranz und Anmaßung. Hausaufgaben sollen immer da gemacht werden, wo Schlendrian und zu großes Wünschen bei zu wenig Initiative unterstellt wird.

Homeschooling ist eine ziemlich große Hausaufgabe. Die hat niemand ausgesucht, die ist einfach so geworden. Ist halt ein Elend mit diesem Corona. Mit der Schule meiner Kinder bin ich allgemein und hier insbesondere hochzufrieden. Man hat versucht für alle Klassenstufen ein  praktikables Modell des Homeschoolings anzubieten – eine Mischung zwischen zugesandten Plänen inklusiv Arbeitsmaterial und Online-Schulstunden, die dem Ganzen durchaus Rhythmus, Schulbewusstsein und sogar ein gewisses Gefühl von Klassengemeinschaft vermitteln.

Wir kennen nun alles. Homeschooling ohne jede Form von Digital, homeschooling mit Digital, und Notbetreuung. Und wir kennen die jeweiligen Vorzüge und Nachteile. Notbetreuung funktioniert überraschend gut, was die Motivation der Kinder angeht. Die finden´s dort ganz prima. Sie kommen mit  weitestgehend gemachten Aufgaben heim. Aber kontrollieren und korrigieren muss man zuhause trotzdem. Sie sind dort betreut, nicht unterrichtet. Fair enough. Homeschooling ohne Digital ist gechillt und bietet Freiräume, hat aber wenig mit Schule zu tun. Homeschooling mit Digital bietet einen gewissen Komfort, schon was das frühmorgendliche aus dem Bett und in die Klamotten quälen angeht, ist bisweilen durchaus effektiv, fühlt sich echt an wie Schule daheim, hat aber auch seine Tücken. Manchmal hindert einfach Unlust oder zu viele Ablenkungsmöglichkeiten. Der Kater legt sich aufs Blatt, die Barbie oder Legofigur drängt sich auf, man hat Hunger, Durst, muss aufs Klo, muss aus dem Fenster gucken, sieht zum ersten Mal im Leben, dass schräg gegenüber ein Kind wohnt, hat nochmal Hunger, nochmal Durst, muss nochmal aufs Klo, braucht endlich eine Pause. Das dreht sich im Kreis und kann sich über Stunden ziehen…..

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5 Gedanken zu “HomeschoolingII

  1. Mitzi Irsaj Februar 5, 2021 / 6:09 am

    Das klingt alles sehr, sehr, sehr anstrengend. Ich bekomme es nur von zweiter Hand von meiner Nachbarin oder den Freunden mit. Und dein letzter Satz aber, den fühlte ich gestern auch. Es riecht tatsächlich nach Frühling. Und ganz unabhängig davon Mit welchen Corona Begleiterscheinungen man gerade kämpft, das ist ein wunderschöner Geruch. Viele Grüße

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  2. Stadtschreiberin Februar 5, 2021 / 9:02 am

    Manchmal sind Vorschriften so irrsinnig, dass sie eigentlich nicht wahr sein können. Vorhin hab ich gelesen, dass man Kadaver von Kleintieren nicht in die Restmülltonne tun soll, sondern in die Biotonne. Die Rigidität der Behörden ist für mich ein Grund mehr, tote Vögel oder Mäuse (die ich manchmal finde, gestern noch eine tote Taube) zu vergraben.
    Was du über die Anweisungen zur Kontrolle der Unterwäsche der Heimbewohner schreibst, ist unglaublich. Ich zitiere es hier nochmal, weil es so furchtbar und so furchtbar bezeichnend ist: „Eine Bekannte in einem Heim für Menschen mit Behinderungen erzählt, bei ihnen gibt es Standards für das Waschen der Unterwäsche. Bei den Bewohnern, die selbst die Waschmaschine füllen, sollte beobachtet – und dementsprechend reagiert – werden, wie viele Unterhosen in der Woche getragen und wie sie gewaschen werden. Wenn sie das nicht nach Standard und Vorschrift auf die Reihe bekommen, sagt das etwas über ihre weitere Unterbringung aus.“
    Das ist ja nicht nur für die Heim-Bewohner fürchterlich, sondern vor allem auch für die Betreuer. Es ist ja fieseste Bespitzelung, die von ihnen verlangt wird. Und wahrscheinlich muss die aufoktroyierte Schamlosigkeit auch noch dokumentiert werden. Es ist für alle entwürdigend.
    „Es riecht tatsächlich nach Frühling“, schreibt Mitzi Irsaj. Oh ja! Für mich hat es noch nie so stark nach Frühling gerochen. Und die Tage werden spürbar(!) länger.

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    • rottweilistueberall Februar 6, 2021 / 8:22 am

      Das stimmt, manche Regeln sind großér Quatsch. Ich versuche meistens, mich an dem Funken Sinn der Regel zu orientieren und das Ganze nach eigenem Verständnis handzuhaben.
      Mit solchen Heimregeln ist es im Grunde auch so: da wird, je nach Beschäftigtem und je nach Bewohner, ein Standard auch eher als Orientierungshilfe gesehen, nicht als Anleitung. Sonst wäre es in der Tat furchtbar.
      Ich finde nur krass, dass es in den Häusern keine neuen Anleitungen und Ideen gibt, seit und mit Corona, dass halt den Anweisungen der Behörden gefolgt wird, die da lauten zu-auf-dies ja- dies nein, auf- zu- usw, unabhängig davon, um WAS für ein Heim und Haus es sich handelt, ob Altersheim, Behinderteneinrichtung, oder Reha.
      Nun denn, hoffen und vertrauen wir auf den Frühling :).

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