The day before monday

Goldener Oktober. Ein Tag geschaffen für die Leichtigkeiten des Seins.  Für Spagettiträger – oder  breite Nudeln. Der Unterschied ist marginal. Schultern lockern, Sonnenbrille auf und raus. Puh. Das ist ein Leben! Heute Frieden und Freude und selbstgemachte Pommes mit Kräuterquark.

Mit meinem Streben ins Freie bin ich nicht allein. Fahrräder kommen entgegen, irgendwo braust ein Motorrad. Ein Motorflugzeug zieht seine Runden, Viele Leute sind mit vielen Hunden unterwegs, mit Kinderwägen und Rollern – was irgendwie raus kann, geht raus. Irgendwo ist ein Sportturnier mit Musik und Lautsprecheranlage.  Ein Vogel ruft und jagt. Ein Pferd kommt daher. Ich höre es schon von Weitem wiehern. Als es näher kommt und ich es sehen kann, gefällt es mir ausnehmend gut: es hat kräftige, massive Beine und lange Haare um die Knöchel. Ich finde das schöner als diese langbeinigen, noblen Rösser, die oft etwas leicht Affektiertes an sich haben. Die Kuh steht mir näher als die Gazelle, und das soll ein Kompliment an die Kuh sein. Dies Pferd hier jedenfalls steht schwer und robust in seinem Leben, und es wiehert immerzu, und ich frage mich, was das zu bedeuten hat, ob das so seine Art ist laut zu jauchzen und der Reiterin auf seinem Rücken zu sagen, dass sie solche Ausflüge gerne häufig und lang unternehmen darf.

Eine Frau ruft „Stop!“. Stille. Wieder „Stop!“. Stille. Und wieder. Und schließlich sehe ich einen kleinen rosa Helm vorbeisausen. „Stop!“ und „da geht´s runter!!“. Und der Helm saust weiter, und da sehe ich auch die Mama, die hinterher eilt. Der Helm verschwindet hinter der Kurve, die Mama auch, ich hör´s nochmal rufen, und ich hoffe, es passiert nichts, und freue mich, dass es noch andere Kinder gibt, die einfach weiterfahren. Sonne, Wind in den Haaren, und ein flotter Drahtesel unterm Hintern – und da soll man stoppen, bloß weil´s den Berg runtergeht?  Ja  – gerade NICHT!

Meine hätten auch nicht gehalten. Und ich auch nicht.

Ein knallgelber Schmetterling fliegt vorüber. Letzte Grillen. Diesen Klang werde ich vermissen. Der Winter hat sein Gutes, aber Grillenzirpen, warme Luft an bloßen Armen und Sonne auf den Füßen – das werde ich vermissen. Ich sitze im dürren Grass. Ein kleines Tier setzt sich mir auf den Fuß, es hat sechs Beine, einen Körper wie eine Feuerwanze, aber es ist rabenschwarz, und so leicht, dass ich es kaum spüre, reicht grade mal für ein klitzekleines Kitzeln.

Ein Hahn kräht, Vögel zwitschern, ein Insekt brummt vorüber. Leute verreisen – Flugzeuge malen Linien ins Blau, oder sie sind unterwegs ins nächste Städtchen. Ich passiere ein Haus, in dem das Glück wohnt, zumindest steht das an der Klingel,  Autos stehen vor Wirtschaften, und ein Cabriolet fährt vorbei. Vom Beifahrersitz blickt mich ein Hund an, seine Ohren flattern, und er sieht aus wie Struppi aus ´Tim und Struppi´.

Enten dümpeln auf dem Wasser. So ein Entenleben stelle ich mir nicht schlecht vor.

Auf dem Heimweg ein Hugo im Pinocchio. Die Sonne ist untergegangen. Das war ein schöner Sonntag!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s